Middelhagen auf Rügen


Ein Spaziergang durch Middelhagen
Herzlich willkommen in Middelhagen, einem kleinen Dorf im Herzen der Halbinsel Mönchgut. Auf einem Spaziergang möchten wir Ihnen unser Dorf näher bringen.
Das Zentrum des Dorfes ist für alle Durchreisenden unübersehbar. Es besteht aus dem Ensemble der St.-Katharinenkirche, dem Schulmuseum, dem Gasthof "Zur Linde" und der Keramikwerkstatt.

Die Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, genauer gesagt wurde sie 1455 fertiggestellt. Damals gehörte Middelhagen wie die ganze Halbinsel Mönchgut zum Zinsterzienserkloster Eldena bei Greifswald. Treppenturm, Dachreiter und das Gewölbe des Kirchenschiffs stammen aus einer späteren Zeit. Die ziegelgedeckte Hallenkirche mit Chor und hölzernem Kirchturm wurde aus Feld- und Backsteinen errichtet. Sie ist ein Werk der Backsteingotik. Der Portalbereich ist halbrund ausgeführt.
Besonders schön ist der Katharinenaltar, der wahrscheinlich auch erst später in unsere Kirche gekommen ist. Man nimmt an, dass er nach dem 30jährigen Krieg aus Stralsund hierher kam. Damals war Mönchgut ein Pfandlehen der Stadt Stralsund. Natürlich sind auch das Votivschiff "Perth" und die Grünebergorgel, beides aus dem 19. Jahrhundert stammend, sehenswert.
Gemalt wurde unsere Kirche auch oft, zu ihren prominentesten Malern gehören Adolph Menzel und Lionel Feininger. Das hätten Sie jetzt nicht gedacht, oder? Doch auch zu früheren Zeiten war der Zauber des Mönchguts vielen berühmten Menschen einen Urlaub wert.

Gleich neben dem Kirchhof befindet sich das Schulmuseum. Seit 1986 kann man hier sehen, wie es früher so in der Schule zuging. Und mancher der Besucher fühlt sich in seine Kindheit zurück versetzt. In dem ehemaligen Küsterhaus befindet sich neben der Schulstube die Wohnung des Küsters. Und es ist alles noch so, wie es wohl früher einmal ausgesehen hat. Das Besondere am Schulmuseum ist, dass man auch heute noch Zeugnisse bekommen kann. Gehen Sie doch auch mal zu einer historischen Schulstunde und lassen Sie sich von einem unserer beiden "Lehrerinnen" auf die Finger (sc)hauen.
Einen weiteren Blick in die Vergangenheit können Sie nebenan im Hallenhaus werfen. Im Breedehaus sind wechselnde Ausstellungen zu sehen.

Gegenüber steht das vielleicht älteste Gasthaus auf Rügen - Die Linde. Heute sieht es mal wieder so aus, als wenn die Tour d`France hier Station macht, doch der Schein trügt. Mönchgut ist einfach nur ein Eldorado für Radfahrer, und in der Linde wird gern mal eine Radlerrast eingelegt.

Auf der anderen Seite der Durchfahrtsstraße hat sich der Keramiker niedergelassen und bietet wunderschöne Teile an. Inzwischen ist das Haus der Familie genauso interessant geworden wie die Keramikwerkstatt, schauen Sie selbst..... Wir gehen daran vorbei und sind plötzlich in einer kleinen Idylle. Rechts dehnen sich die Wiesen bis zur Wassermühle aus, Weiden säumen den Rand. Hier am Wiesenrand stehen, wie auch an anderen Stellen im Dorf, die Holzfiguren, die vom Keramiker Tom Wilke aufgestellt wurden. Zur Linken beginnt der Teich des ehemaligen Gutsparks. Eine kleine Brücke führt hinüber zum Gutshof. Auch hier findet man in der Saison eine gastliche Stätte. Unter dem Storchennest in der Pension gibt es mehrmals wöchentlich ein Fisch- oder Grillbüfett.
Wir lassen die Brücke auf unserem Spaziergang allerdings links liegen und gehen weiter in den Park. Im Frühling blühen hier zig Tausende Märzbecher - ein weißes Blütenmeer. An trockenen Sommertagen kann man weiter durch die Wiesen zum Strand gehen.

Wieder zurück am Schulmuseum spazieren wir nun in die andere Richtung, die Dorfstraße zum Bodden hinunter. Vorbei am "Froschkönig", wo es leckere Torten gibt, geht es durchs Dorf. Rechts stehen die Häuser hinterm Deich und auf der anderen Seite öffnen sich die Wiesen zum Bodden, der von Schilf umsäumt ist. Es geht vorbei an der "Büdnerstube", einer kleinen Kneipe mit frischen Fischgerichten und am Fahrradverleih. Unten am Bodden steht das Salzhaus, wo die Fischer Ihre Gerätschaften lagern. Hier gibt es auch einen kleinen "Sandstrand", den im Sommer bei gutem Wind die Kite-Surfer in Beschlag nehmen. Es ist immer wieder faszinierend den Könnern bei ihren waghalsigen Sprungflügen und den Anfängern beim Hinfallen zu zusehen...
Wir verlassen den kleinen Strand am Bollwerk und spazieren weiter in Richtung Dorfende. Hier hinten am Schützengarten, hinter dem letzten Haus beginnt das schönste Ende unseres Dorfes. Es geht hinauf über den Weißenberg zum Schafberg. Oben angekommen öffnet sich ein atemberaubender Blick nicht nur über Middelhagen. Im Westen geht gerade die Sonne unter, man kann die Insel Vilm und Putbus sehen. Bei guter Sicht sieht man die Silhouette von Greifswald und Zudar, das südliche Ende von Rügen. Weiter nördlich hinter dem Fliegerberg blitzt ein kleines Stück der Having durch die Bäume, und in der Ferne schaut das Jagdschloss von den Hügeln der Granitz herüber. Noch eine viertel Drehung und wir schauen nach Göhren hinüber.  Weiter rechts grüßt schon das Leuchtfeuer der Insel Oie. Wie ein Lichtfinger streift es über die dunkle See und schickt uns zum Abschluss unseres Spaziergangs einen Gruß herüber. Genießen Sie den Augenblick und behalten Sie ihn in Ihren Herzen.



Bilder

03 Kirche Middelhagen
03 Kirche Middelhagen
04 Middelhagen Schulmuseum
04 Middelhagen Schulmuseum
05 Winterliche Allee
05 Winterliche Allee
06 Gasthof in Middelhagen
06 Gasthof in Middelhagen